Wohnmodule in Hessisch Lichtenau
Am Rand des Landkreises Kassel liegt Hessisch Lichtenau. Am Rand dieser Kleinstadt liegt ein, in einem Insolvensverfahren versteigertes Stück Land. Auf diesem Land stehen die Überreste der überbliebenden Wohnmodule, die Mitte der Neunziger als Asylbewerberübergangsheim genutzt wurden. Nachdem die letzten Asylanten umgesiedelt wurden verloren die Module und das Land auf dem sie stehen ihre Funktion. Das Geld für eine Modernisierung behielt der damalige Besitzer ein und verließ das Land. Bis heute sorgt die Kombination der nun nicht mehr zu belebenden Container in dieser Lage für eine völlige Wertlosigkeit. Dies führt mich zu dem eigentlichen Sinn der Sache. Dieser Zustand oder Missstand ist ein Symbol für eine Meta-Ebene aus politischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher Strukturen, Ausläufern einer Weltkriegssituation, menschlicher Bedürfnisse, Ausgrenzung, Nutzen, Habgier, Vergessen, Reisen oder Flucht, kommunalpolitischer Entscheidung, soziologisch höchst interessant. Für mich persönlich stellt dieser Ort einen Blick in meine Vergangenheit dar. Meine Eltern arbeiteten lange mit Asylbewerbern, so dass ich lange mit ausländischen Kindern zusammen lebte. Nach der Schule in Hausaufgabengruppen, Freizeiten oder privat aus entstandenen Freundschaften als Gast. Diese Überreste dieser weltpolitischen Ära, wie Abschaum am Rande einer gesellschaftlichen Zone zu sehen, erschüttern mich wie ein postmodernes Mahnmal.


